Von der Messung zum gezielten Eingriff
Wasserverluste, Druck und Energieverbrauch hängen zusammen. Jede der fünf Lösungen lässt sich einzeln einführen; eine gemeinsame Ebene für Datenerfassung und Überwachung liefert ein vollständigeres Bild des Betriebs.
Ziel ist nicht eine weitere Datenschnittstelle, sondern zu erkennen, wo ein Eingriff sinnvoll ist, wie er aussehen sollte und welche messbare Veränderung er bewirkt
Wasserverluste im Netz
Dort eingreifen, wo Wasser verloren geht
Wasserbilanzen der Netzbezirke zeigen, welcher Netzabschnitt Aufmerksamkeit erfordert Der Vergleich vor und nach einem Eingriff zeigt außerdem, wie viel Wasser durch die Reparatur zurückgewonnen wurde

Wo sollten Wasserverluste untersucht werden?
Wasserbilanz des NetzbezirksDifferenz und minimaler Nachtfluss helfen gemeinsam, die Untersuchung vor Ort gezielt auszurichten.
Eine Differenz bedeutet nicht automatisch ein Leck: Auch Messung, Abrechnung und zeitliche Zuordnung müssen geprüft werden.
Was messen wir?
- Eingespeiste und abgegebene Wassermengen; Zu- und Abfluss des Netzbezirks.
- Minimaler Nachtfluss, Netzdruck und Behälterfüllstand.
- Zählerimpulse, Registerwerte, Zeitstempel, Datenqualität und Verbindungsstatus.
Wie nutzen wir die Daten?
- Wasserbilanz des Netzbezirks und kartengestützte Übersicht.
- Meldungen bei vermuteten Lecks und ungewöhnlichem Verbrauch.
- Regelmäßige Wasserverlustberichte, Exporte für GIS und Unternehmenssysteme sowie Vorher-nachher-Vergleiche.
Gezielte Untersuchung · Frühwarnung · Messbare Reparaturergebnisse
Fernauslesung bei Großverbrauchern
Den täglichen Betrieb statt einer Monatsablesung sehen
Stündliche Daten aus Industrieanlagen, Einrichtungen, Wohnanlagen und Landwirtschaft verbessern die Wasserbilanz des Netzes ein dauerhafter nächtlicher Grundverbrauch kann auch Verluste im eigenen Netz des Verbrauchers aufzeigen

Verbrauchsmuster machen Abweichungen sichtbar
Beispiel eines TagesprofilsVerbrauchsspitzen, dauerhafter Nachtverbrauch und veränderte Betriebsmuster lassen sich getrennt untersuchen.
Bei einem vollständigen Datensatz für ein Nichtschaltjahr.
Was messen wir?
- Zählerstand und stündlicher Verbrauch je Messstelle.
- Nächtlicher Mindestverbrauch, Spitzenlast und Verbrauchsprofil.
- Je nach Gerät: Rückfluss, Blockade, Manipulation, Batteriestand und Signalstärke.
Wie nutzen wir die Daten?
- Automatisches Verbrauchsprotokoll und Export ohne erneute manuelle Eingabe.
- Meldungen bei Änderungen und Auffälligkeiten im Verbrauchsmuster.
- Vergleich mit der Einspeisung in den Bezirk und Integration ins Abrechnungssystem.
Detailliertere Wasserbilanz · Weniger Vor-Ort-Ablesungen · Datengestützte Klärung von Abweichungen
Druckmanagement
Den nötigen Druck halten, den Überschuss reduzieren
Zu hoher Netzdruck kann Grundleckagen, Rohrbruchrisiko und den Energiebedarf der Pumpen erhöhen Messung und Analyse auf Zonenebene unterstützen Eingriffe unter Berücksichtigung des Versorgungsdrucks an kritischen Punkten

Die Ergebnismessung schließt den Regelkreis
DruckmanagementDie Schutzfunktionen verbleiben im lokalen Steuerungssystem.
Das System meldet und empfiehlt; der Betrieb entscheidet über den Eingriff.
Überwachte Steuerung
Das System greift nur im freigegebenen Steuerungsumfang und innerhalb der freigegebenen Grenzen ein.
Was messen wir?
- Betriebsdruck an kritischen Punkten; Zu- und Abfluss des Netzbezirks.
- Stellung und Sollwert des Druckminderventils, Pumpenstatus und Drehzahl.
- Behälterfüllstände, Drucktransienten und Tagesspitzen.
Wie nutzen wir die Daten?
- Überwachung und Entscheidungsunterstützung: Messung, Meldungen und Empfehlungen; der Betrieb entscheidet über den Eingriff.
- Überwachte oder automatische Steuerung: Anpassung von Sollwert, Drehzahl und Behälterfüllung innerhalb freigegebener Grenzen.
- In beiden Fällen verbleiben die lokalen Schutzfunktionen im lokalen Steuerungssystem.
Geringere Druckbelastung · Kritische Versorgungspunkte berücksichtigt · Zwei Umsetzungsebenen
Fernüberwachung von Anlagen
Verschiedene Standorte, eine gemeinsame Überwachung
Daten aus Brunnen, Betriebsräumen, Behältern, Druckerhöhungsstationen und Netzschächten lassen sich in einer gemeinsamen Erfassungsebene für die Überwachung von Wasserverlusten, Druck und Energie bündeln

Ein gemeinsamer Datenpfad für verschiedene Standorte
ÜberwachungsarchitekturLokales Gateway
Protokollintegration
Datenvalidierung
Lokale Pufferung
Zentrale Überwachung
- Zeitreihen und Datenqualität
- Ereignisse und Meldungen
- Fernverwaltung von Geräten
Was messen wir?
- Druck, Durchfluss, Wasserstand, Pumpenstatus und elektrische Leistung.
- Motorstrom, Antriebsstatus, Ventilstellung, Türöffnung und Einbruchmeldungen.
- Stromversorgungs- und Netzwerkstatus, Störungs- und Notsignale.
Wie nutzen wir die Daten?
- Protokollintegration, lokale Datenpufferung und sichere Anbindung.
- Geräteverwaltung, Fernkonfiguration sowie Standortstatus- und Meldungsansichten.
- Zeitreihen mit Datenqualitätsbehandlung, SCADA/GIS-Integration, Berichte und Audit-Trail.
Wiederverwendbare Infrastruktur · Meldungsbasierte Vor-Ort-Einsätze · Lokale Datenpufferung
Energie und Pumpenbetrieb
Nicht nur Energieverbrauch, sondern auch Effizienz sehen
Elektrische Untermessung unterstützt den Betrieb, wenn sie zusammen mit abgegebener Wassermenge und Pumpenbetrieb ausgewertet wird Die Kennzahl kWh/m³ macht Standorte vergleichbar und technische Eingriffe messbar

Wie viel Energie braucht dieselbe Wassermenge?
Spezifischer Energiebedarf · kWh/m³Elektrische Energie und abgegebene Wassermenge zeigen zusammen den spezifischen Verbrauch.
Unter gleichwertigen Betriebsbedingungen vergleichen.
Was messen wir?
- Elektrische Leistung und Energie, Motorstrom und Leistungsfaktor.
- Betriebsstunden und Starts je Pumpe sowie Frequenz des Frequenzumrichters.
- Abgegebene Wassermenge sowie saug- und druckseitiger Druck.
Wie nutzen wir die Daten?
- Spezifischer Energieverbrauch und Effizienztrends; Standortvergleich.
- Analyse von Pumpenkombinationen, Startfolge und elektrischer Spitzenlast.
- Füllstandsabhängige Betriebsplanung; Soll-Ist- und Vorher-nachher-Berichte.
Bewertung auf kWh/m³-Basis · Gezielter technischer Eingriff · Nachvollziehbare Veränderung
Ein gemeinsamer Datenpfad, passend zum Standort
- Feldmessung die für die Aufgabe benötigten Daten zu Wassermenge, Druck, Energie und Status.
- Lokale Datenerfassung Protokollintegration, Datenvalidierung und Pufferung.
- Sichere Anbindung ein zum Standort passendes Netzwerk mit Ersatzverbindung bei Bedarf.
- Zentrale Überwachung Zeitreihen, Ereignisse, Meldungen und Integration in Zielsysteme.
- Ergebnismessung Vergleich des Betriebs vor und nach dem Eingriff.
Was bestimmt die Amortisation?
Die Amortisation hängt vom Ausgangszustand des Netzes, der Zahl der Messstellen und dem tatsächlichen Eingriff ab. Die folgenden Zahlen sind indikative Szenarien, keine bestätigten Kundenergebnisse oder zugesagten Einsparungen.
Orientierungsbeispiele und ihre Annahmen
| Bereich | Ausgangsannahme | Orientierungsbeispiel |
|---|---|---|
| Wasserverlust | Ca. 5 Millionen m³ jährliche Einspeisung; Verringerung der Wasserverluste um 3–5 Prozentpunkte | 150–250 Tausend m³/Jahr zurückgewonnen; 1,5–2,5 Jahre Amortisation bei 25–35 Messstellen |
| Großverbraucher | 40–60 Verbrauchsstandorte | Ca. 600 vermeidbare Vor-Ort-Ablesungen/Jahr; 2–3 Jahre Amortisation |
| Druck | Der mittlere Zonendruck lässt sich um 1 bar reduzieren | 10–15% weniger Leckage und 20–30% weniger Rohrbrüche; 1–2 Jahre Amortisation |
| Fernüberwachung | 30–50 überwachte Standorte | Gemeinsame Infrastruktur und weniger Kontrollbesuche; 2–3 Jahre Amortisation |
| Energie | Ca. 4 GWh jährlicher Pumpenergiebedarf | 8–12% geringerer Energiebedarf; 2 Jahre Amortisation |
Diese Bandbreiten lassen sich ohne Standortbewertung und Kostenrechnung nicht auf ein konkretes Netz übertragen.
Hier beginnt die gemeinsame Planung
- Welche Betriebsfrage ist am dringendsten: Wasserverlust, Druck, Zählerablesung, Überwachung oder Energie?
- Wo liegen die bilanzierten Netzbezirke, kritischen Versorgungspunkte und vorhandenen Messstellen?
- Welche Zähler, Steuerungen, Protokolle und Kommunikationsnetze können genutzt werden?
- Welche Abtast- und Übertragungsfrequenz ist erforderlich?
- Wer darf Meldungen bearbeiten, Sollwerte ändern und Eingriffe freigeben?
- Welche SCADA-, GIS-, Abrechnungs- und Unternehmenssysteme müssen integriert werden?




